Jahresberichte Geschäftsführung

Jahresbericht der Geschäftsführerin 2025

Geschätzte Mitglieder, liebe Gönnerinnen und Gönner

Das Jahr 2025 stand im Zeichen der Beständigkeit und des bewussten Weiterdenkens. Der Freundeskreis Santu Klaus konnte seine vielfältige Unterstützung für die Schulen in Werang und Kuwu fortsetzen und gleichzeitig wichtige Weichen für die Zukunft stellen. Dabei wurde deutlich: Nachhaltige Entwicklung braucht Geduld, Vertrauen und den Mut, Prioritäten immer wieder zu überprüfen.

Stabilität und Eigenverantwortung

Unsere Arbeit auf Flores bleibt getragen vom grossen Engagement vieler Beteiligter vor Ort und von Ihrer grosszügigen Unterstützung. Die finanzielle Lage des Vereins ist weiterhin solide, auch wenn die Einnahmen leicht rückläufig sind. Der Vorstand hat deshalb beschlossen, das Jahresbudget 2026/27 auf CHF 120'000 zu begrenzen. Gleichzeitig sollen die Schulen schrittweise mehr Eigenmittel generieren. Dazu zählen etwa höhere Elternbeiträge für Reis-, Schul- und Heimkosten sowie Einnahmen aus kleineren Selbsthilfeprojekten. Diese Entwicklung ist Teil unseres langfristigen Ziels, die Einrichtungen zunehmend unabhängig vom Freundeskreis zu machen.

Ein wichtiges Anliegen des Vorstands betrifft die zweckgebundene Verwendung der Erbschaftszahlungen, die Pater Waser und der Freundeskreis in ihren Testamenten berücksichtigt haben. Diese Mittel werden gezielt für Sonderprojekte eingesetzt. Vorrangig sollen sie der Finanzierung von Wasserprojekten dienen, da sowohl in Kuwu als auch in Werang ein dringender Bedarf besteht. Pro Standort ist ein Betrag von rund CHF 10’000 pro Wasserprojekt vorgesehen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Gelder nachhaltig in Bereiche fliessen, die den Schul- und Lebensalltag der Kinder unmittelbar verbessern.

Projekte mit der Leopold Bachmann Stiftung

Ein zentrales Arbeitsfeld der Geschäftsführung war 2025 die Weiterführung der durch die Leopold Bachmann Stiftung geförderten Nachhaltigkeitsprojekte. Diese sind integraler Bestandteil der Gesamtstrategie des Freundeskreises und dienen dem Ziel, die Unabhängigkeit der Schulen Santu Klaus Werang und Kuwu langfristig zu sichern.

Herausfordernde Witterungsbedingungen mit heftigen Regenfällen und Murgängen führten zeitweise zu Verzögerungen bei Bau- und Transportarbeiten. Besonders das Café- und Kioskprojekt in Werang musste mehrfach verschoben werden, soll aber bis Ende 2025 abgeschlossen werden. Aufgrund der entstandenen Verzögerungen wurde mit der LBS eine Verlängerung der Fördervereinbarung bis Mai 2026 vereinbart. Diese Anpassung war mit einem zusätzlichen Jahresreporting verbunden, um den Projektfortschritt transparent zu dokumentieren.

Erfreuliche Fortschritte zeigen dagegen die landwirtschaftlichen Teilprojekte: Die Teakbäume wachsen kräftig, die Gartenflächen liefern erste Erträge, und die Hühnerzucht mit robusten lokalen Rassen (ayam kampung) hat sich als pädagogisch wertvoll und ökologisch nachhaltig erwiesen. Aufgrund der positiven Erfahrungen wird 2026 ein zweites Hühnerprojekt auch an der Schule in Kuwu gestartet. Die dort angelegten Kaffee- und Nelkenpflanzungen tragen zudem dazu bei, künftige Betriebskosten selbst mitzufinanzieren.

Bildung, Qualität und Zusammenarbeit

Die Qualität der Ausbildung bleibt ein Kernanliegen. Im Bereich der Weiterbildung konnten mehrere bedeutende Massnahmen umgesetzt werden: Eine viertägige Lehrerfortbildung im Mai 2025 stärkte die Unterrichtsqualität in Mathematik und Naturwissenschaften. Zwei Schulleiter nahmen an weiterführenden Studien teil, um ihre Management- und Pädagogikkompetenzen auszubauen. Diese Investitionen in das Personal bilden eine entscheidende Grundlage für die langfristige Eigenständigkeit der Schulen.

Die Zusammenarbeit mit der Stiftung Ernesto bleibt eng und verlässlich. Der regelmässige Austausch mit Fidelis Den, dem operativen Projektleiter der Stiftung Ernesto, sowie die Begleitung durch den Freundeskreis gewährleisten eine verantwortungsvolle Verwendung der Mittel. Besonders hervorzuheben ist der tatkräftige Einsatz von Adolf Büttiker-Sanar, der 2025 erneut nach Flores reiste und seine Beobachtungen in einem umfassenden Bericht dokumentierte. Seine Expertise, sein kritischer Blick und seine enge Verbindung zu den Schulen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Qualitätssicherung und strategischen Weiterentwicklung der Projekte. Ihm gebührt unser aufrichtiger Dank.

Ausblick

Mit den von der Leopold Bachmann Stiftung geförderten Teilprojekten – Teak- und Gartenbau, Hühner- und Ziegenzucht, Café/Kiosk, Weiterbildungsfonds – sowie den künftig geplanten Wasserprojekten sind wichtige Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung gelegt. Diese Initiativen eröffnen neue Perspektiven zur Eigenfinanzierung und stärken schrittweise Verantwortungsbewusstsein, Bildung und Selbstständigkeit vor Ort.

Allen Mitgliedern, Gönnerinnen und Gönnern sowie der Leopold Bachmann Stiftung danke ich herzlich für ihre verlässliche Unterstützung und das anhaltende Vertrauen in unsere Bildungsprojekte auf Flores. Unser besonderer Dank gilt zudem unseren Partnern in Indonesien für ihr beharrliches Engagement bei der Umsetzung der Projekte vor Ort.

 

Biel/Bienne, 06.11.2025

Sabine Zurschmitten, Geschäftsführerin